Biochirurgie | Madentherapie

Wieder einmal zeigt sich Mutter Natur als bester Helfer bei der Wundheilung und schenkt uns eine Möglichkeit, Heilungsprozesse zu beschleunigen und zu vereinfachen. Es geht um die sogenannte Biochirurgie, die Wundreinigung mit Hilfe bestimmter Fliegenlarven.

Es handelt sich hier um eine uralte Heilmethode, welche schon von dem Maya eingesetzt wurde und sich auch in anderen Völkern wie z.B. den Aborigines in Australien etablierte. Erst in den Letzten Jahren hat auch die westliche Medizin wieder den Weg zurück zu den kleinen Helfern gefunden. Zu Recht!

Die kleinen, gerade einmal wenige Millimeter langen Larven, ernähren sich ausschliesslich von totem Gewebe. Ihr Speichel, welchen sie in die Wunde absondern, zersetzt das abgestorbene Material und wirkt gleichzeitig desinfizierend – auch bei besonders resistenten Bakterien, wie MRSA, welche womöglich durch normale Antibiotika nicht mehr zu kontrollieren wären. Diese „Speichelsuppe“ wird dann von den Maden wieder aufgenommen. So erhält man eine absolut saubere und keimfreie Wunde und kann die optimale Wundheilung unterstützen.

Sobald die Tierchen satt sind, krabbeln sie aus der Wunde heraus, da sie sich nur an einem luftigen, trockenen Ort verpuppen können. Es besteht also keine Gefahr, dass eine Larve versehentlich in der Wunde zurück bleibt.

In der Tiermedizin ist diese Heilmethode leider noch kaum etabliert. Bisher gibt es einen einzigen bekannten Fall, bei dem ein Pferd mit massivem Hufabszess durch die Hilfe der Maden schnell und erfolgreich genesen konnte. Ich hoffe sehr, dass sich diese Methode in den kommenden Jahren wachsender Beliebtheit erfreut.

Einsatzgebiete:
grosse und tiefe Wunden, bei denen eine Wundsäuberung mit dem Skalpell nicht möglich ist oder welche nur schlecht zugänglich sind
infizierte Wunden, speziell auch durch Problemkeime wie MRSA
schlecht oder nur langsam heilende Wunden

Achtung!
Auch Biochirurgie darf nicht an jeder Wunde bei jedem Patienten angewandt werden! Wenden Sie sich an den Therapeuten Ihres Vertrauens mit entsprechendem Ausbildungsnachweis.